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  Lombardei    

Die Region mit der Metropole Mailand als Zentrum bietet diverse DOC-Weingebiete mit sehr interessanten Gewächsen. Ganz besonders angetan haben es mir die Weine aus dem Valtellina. Erst wenige Ernten liegen zurück, als noch beinahe die ganze Menge als günstigen "Pfiff" in die Schweiz floss. Zum Glück wurden die Konsumenten "ennet" dem Bernina kritischer und verschmähten den Wein aus dem beinahe Bündner Tal. Die Krise bewog viele der Winzer zu einem Umdenken. Statt Masse begannen sie Klasse zu produzieren. Die Erträge wurden niedriger, dafür bekamen sie - für die neu als DOCG klassierten "Chiavennasca" - einen besseren Preis. Die strukturelle Krise in den steilen Lagen über der Adda ist noch nicht ausgestanden. Viel Kleinbauern geben die Weinproduktion auf. Rebberge an besten, aber auch steilsten Lagen, verwildern. Noch immer bewirtschaften fast 3000 Winzer die Rebfläche von 800 Hektaren - eine Zerstückelung, die eine rationelle Bearbeitung fast nicht zulässt.

Seit die Veltliner zum "Valtellina" wurden, entdecken immer mehr Weinliebhaber diesseits der Alpen die äusserst interessanten Gewächse. Es sind nicht Weine, die eine Masse ansprechen werden, Weine aber mit viel Raffinesse, Eleganz und Authentizität, Weine für den echten Liebhaber.

Wandern im Valtellina: In den Rebbergen, hoch über dem Tal, finden sich wunderschöne Wandermöglichkeiten. Ausführlich berichten darüber Ursula Bauer und Jürg Frischknecht im Buch Veltliner Fussreisen (Rotpunktverlag). Ein interessantes Buch mit vielen Hintergründen zu Kultur, Geschichte und feinen Essen.

Der Wein Reiseführer von Reto Thörig liefert viel Wissen zu einzelnen Produzenten. Wandervorschläge und Einschübe zu Kultur und Leuten machen das sehr gut gegliederte Taschenbuch zu einem wertvolen Begeliter durchs Veltlin. (Reto Thörig, www.vie-e-vini.ch)

Sehr gut gegessen habe ich im Restaurant Altavilla in Bianzone bei Tirano. Die Weinkarte mit allen Valtellina von Rang und Namen ist überwältigend, die Terrasse mit der schönen Aussicht eine Oase und die Pizzoccheri ein grosser Genuss. Im Hause werden 5 Gastzimmer vermietet.

Chiavennasca, nennen sie den Nebbiolo im Valtellina

Das Valtellina ist neben dem Piemont die zweite Heimat der Nebbiolo-Traube. Im Tal, in dem auch die Ortschaft Chiavenna liegt, wäre es naheliegend zu glauben, der Name "Chiavennasca" habe etwas mit dem Dorf am Fusse des Splügenpasses zu tun. Der Name der Nebbiolo-Rebe im Valtellina ist aber aus dem Dialekt abgeleitet: "Ciu vinasca" bedeutet auf Italienisch "piu vinoso", weniger "weinig",.......vielleicht weniger "weinig" als der Namensvetter aus dem Piemont, aber sicher nicht weniger fein.

Peter Moser im Falstaff:

Sauvignon blanc – sein Ursprung wird wohl in Bordeaux zu suchen sein – wird heute rund um den Erdball angebaut. Eine große internationale Anerkennung wird traditionell dem französischen Loiretal mit den Spitzenanbaugebieten Sancerre und Puilly-Fumé zuteil, in der Neuen Welt genießt Neuseeland eine herausragende Rolle.

Nur mit sehr niedrigen Erträgen ist mit dieser starkwüchsigen Sorte ein gutes Ergebnis zu erzielen, die Loireregionen mit ihren kargen Kalk-, Kies- und Feuersteinböden sind hier bevorzugt. Zuviel Sonnenschein lässt die typische Säure schwinden, gefragt sind aus Sancerre & Co eher leichtere Weine mit gemüsigen und pflanzlichen Aromen im Bukett, die Erinnerungen an frisch geschnittenes grünes Gras, Spargel und Paprikaschoten wecken, aber auch Zitrusfrüchte wie Mandrinen und Grapefruit, sowie Anklänge an Stachelbeeren und Holunderblüten. Dazu gesellen sich mineralisch-rauchige Noten des Terroirs und feine Gewürznoten von Anis, Kümmel und Muskat, der letztlich zur österreichischen Bezeichnung »Muskat-Sylvaner« als steirisches Synonym geführt hat.

In wärmeren Gebieten tendiert der Sauvignon blanc dazu, seinen Sortencharakter zu verschleiern, büßt seine charakteristische Säurerasse ein, schmeckt nach Honigmelonen, reifen Birnen und Pfirsichen, ist opulent, ja auch breit. Bei reiferen Sauvignon blancs greifen die Winzer gerne zum Barriqueausbau, der wiederum einen Säureabbau voraussetzt. So entsteht eine völlig andere Stilsprache, die in Kalifornien als Blanc Fumé von Robert Mondavi als Pionier erprobt wurde. 14 % Alkolol und mehr sind in diesem Fall durchaus an der Tagesordnung.

Sehr vereinfachend könnte man von zwei Grundstilgruppen sprechen, in die man den Sauvignon blanc einteilen kann: die duftintensiven, leichteren Weine von 17° bis 19°, die mit rassiger Säure und fruchtiger Frische einen attraktiven Aperitif-Bereich bedienen. Am anderen Ende der Palette stehen kraftvolle Weine mit teilweisem und völligem biologischen Säureabbau, die dann auch noch im neuen Holz ausgebaut werden. Ein wesentlicher und geschmacksbestimmender Faktor ist die Wahl der Klone und der Unterlagen sowie das Alter der Reben – das gilt bei so gut wie jeder Sorte, könnte man einwenden – ja, aber beim Sauvignon blanc scheint mir das besonders wichtig zu sein.

Als Einstiegswein ist der leichtere, junge Sauvignon blanc sehr geeignet, denn er hat dem Weinnovizen Einiges zu bieten. Sein meist intensiver Duft macht ihn zu einer leicht wiedererkennbaren Sorte, sein Spiel von frischem Gras, Hollerblüten, Muskat und Cassis bis hin zu eingelegten Paprikaschoten sind ein reizvolles Trainingsgebiet.

Nach einiger Zeit, wenn man sich auf die leiseren Töne anderer Sorten eingetrunken hat, ist dem Konsumenten der Sauvignon blanc oft schon zu krass und zu überwürzig, auch seine Säure wird dann eher als störend empfunden. Dann wird zu den terroirbetonteren Weinen mit mehr Stoff umgeschwenkt, die sich auch als Speisebegleiter in einem breiteren Spektrum einsetzen lassen.

Ein wichtiger geschmacksprägender Faktor ist der Boden. In der aktuellen Verkostung war ganz deutlich spürbar, dass die Verkoster, die selten Weine aus der Loire probieren, mit den spezifischen Terroirnoten der Sancerre und Pouilly-Fumé-Weine nicht zurecht kamen, sie sogar als Weinfehler bezeichneten und diese Weine in der Blindprobe schlecht bewerteten. Kein einziger der großen Namen von Silex bis Comte Lafond schaffte daher im Gesamtklassement der Jury einen der führenden Plätze. Hätte die Probe mit frankophileren Kostern stattgefunden, wären wahrscheinlich die fruchtigen Tankweine auf den hinteren Rängen gelandet. Die Trinkgewohnheiten spielen also eine nicht zu unterschätzende Rolle, wenn intensive Bodentöne in den Vordergrund treten.

 
 
Unsere Produzenten
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Vinautori
 
 
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