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Sizilien
   

Keine andere Region Italiens kann auf eine so abwechslungsreiche, dramatische und verschiedenartige Geschichte zurückblicken. Sizilien - grösste Insel im Mittelmeer, bunter Schmelztiegel einer schillernden Vielfalt alter Kulturen; es gab ein griechisches, karthagisches, römisches, arabisches, spanisches Sizilien - und eben diese Mehrschichtigkeit gilt als typisch sizilianisch.

Angesichts der unzähligen Naturschönheiten und Kulturstätten erlangt der Tourismus eine grosse Bedeutung. Aber auch die Landwirtschaft trägt entscheidend zur Einkommensbildung bei und erfuhr in den letzten Jahren umfassende, erfolgbringende Modernisierungen.

Die Revolution im italienischen Weinbau hat in Sizilien starke Auswirkungen. Lange Zeit war das grösste Potential im Markt für Verschnittweine. Immer mehr Winzer - und in Sizilien ganz besonders stark – Genossen-schaftskellereien produzieren hervorragende Qualitätsweine, die mittlerweile über Italien hinaus breite Anerkennung finden. Charakteristisch und eigenartig zeigen sich die Weine Siziliens im Geschmack: Kräftig, muskulös, aber auch frisch und fruchtig.

Der Fischreichtum des Mittelmeeres, besonders Thunfisch und Schwertfisch, bestimmt die Küche der Insel. Die bewegte Geschichte spiegelt sich wider in den Namen der Gerichte. Die Araber haben den nachhaltigsten kulinarischen Einfluss hinterlassen mit übersüssem Gebäck und einer Vorliebe für süss und pikante Kombinationen.

Nero d'Avola Traube

Die rote Rebsorte wird fast ausschließlich auf der Insel Sizilien kultiviert. Mit über 14.000 Hektar Rebfläche ist sie dort die häufigste Rotweinsorte. Die „Schwarze aus Avola“ ist nach dem kleinen Städtchen im Südosten der Insel in der Provinz Siracusa benannt. Von dort breitete sich die Traube fast auf der ganzen Insel aus. Synonyme und zum Teil Spielarten sind Calabrese d´Avola, Calabrese de Calabria, Calabrese di Noto, Calabrese Dolce, Calabrese Nero, Calabrese Pittatelo, Calabrese Pizzuto, Calabriai Fekete, Raisin de Calabre Noir und Struguri de Calabria. Der synonym verwendete Namensteil „Calabrese“ hat nichts mit der italienischen Region Kalabrien zu tun (dort ist sie kaum vertreten), sondern ist eine Italienisierung des sizilianischen Dialektnamens „Calaurisi“, was so viel bedeutet wie „Traube aus Avola kommend“. Die qualitativ hochstehende Sorte besitzt eher dünnhäutige, kleine und intensiv violettfarbene Beeren, die spät reifen. Sie erbringt alkohol- und farbstarke Weine, die sich auch ausgezeichnet für einen Barrique-Ausbau eignen. Sie ist zum Beispiel die Hauptsorte im DOCG-Wein Cerasuolo di Vittoria, sowie in den DOC-Weinen Faro und Marsala enthalten. Häufig wird sie auch in Vino da Tavolas als Verschnittpartner verwendet. Sie erlebt in jüngster Zeit eine Renaissance und wird nun auch zunehmend reinsortig ausgebaut.

 

Wunderschönes Sizilien

(nach einer Sendung des WDR vom 10.April 2005)

 

Inhalt:

Allgemeines

Das Land, wo die Zitronen blühen

Der Feuerberg

Klima

Geschichte

Mafia

Die Tempel von Agrigent

Palermo

Taormina

Essen und Trinken in Taormina

Wandern auf dem Ätna

Zitronen im Essen

Weitere Informationen

Links

Literatur

 

Allgemeines

Die Insel ist mit 25.426 Quadratkilometer die größte Insel Italiens und des gesamten Mittelmeeres. Sizilien und die sie umgebenden kleineren Inseln bilden eine autonome Region, in der ca. 5 Millionen Einwohner leben. Es gibt zwei große Flughäfen, einer in Catania, der andere in Palermo.

Eine Hochebene bildet den größten Teil der Fläche Siziliens. Sie erhebt sich auf 150 bis 580 Meter über dem Meeresspiegel. Sizilien gehört zu den wirtschaftlich unterentwickelten Gebieten der EU. Die Insel ist wenig industrialisiert. In manchen Regionen liegt die Arbeitslosenquote bei mehr als 20 Prozent, jeder zweite Jugendliche ist dort arbeitslos. Das Bruttosozialprodukt Siziliens ist nicht einmal halb so gross wie das der norditalienischen Lombardei.

Das Land, wo die Zitronen blühen

Noch immer hat die Landwirtschaft die größte wirtschaftliche Bedeutung. Sie ist der vorherrschende Erwerbszweig der Sizilianer. Neben Weizen werden Zitrusfrüchte und Oliven angebaut.

Zitronen werden bereits seit dem Altertum kultiviert, wo genau man ursprünglich damit begann, ist allerdings unklar. Vermutlich stammen sie aus dem zentralasiatischen Raum, möglicherweise aus dem Iran. Anderen Quellen zufolge sollen die ersten Zitronen im Himalaja gewachsen sein.

In Nord- und Mitteleuropa wurde die Zitrone erst durch die großen Kreuzzüge bekannt.

In der Region von Siracusa hat der Zitronenanbau eine lange Tradition. Aus den riesigen Plantagen stammen mittlerweile fast 90 Prozent des italienischen Zitronenexports. Wie vor Hunderten von Jahren werden die Früchte hier auch heute noch in mühevoller Arbeit von Hand geerntet. Nur in der Verarbeitung hat der Fortschritt Einzug gehalten. Anders wären die Erntemengen auch nicht mehr zu bewältigen. Die Agrarbetriebe sind längst zu einem der grössten Arbeitgeber in den ländlichen Gebieten geworden.

Schwefelbergbau und das Fördern von Stein- und Kalisalzen sind weitere wichtige Wirtschaftszweige der Insel. Ferner befinden sich im Osten nahe der Städte Catania, Syrakus, sowie Ragusa und Gela Produktionsstätten der petrochemischen Industrie. Von Sizilien aus wird ein Viertel der Fischereiwirtschaft Italiens betrieben. In den ausgedehnten Fischgründen vor der Küste gibt es Thunfisch, Sardellen, Korallen und Krebstiere. Allerdings ist der Thunfischbestand stark dezimiert. Vor allem japanische Industriefischer jagen den Thun mit modernstem Gerät. Ein Entkommen ist kaum möglich.

Der Feuerberg

Im Osten erhebt sich der Ätna, der höchste aktive Vulkan Europas. Er überragt mit einer Höhe von mehr als 3300 Metern die gesamte Insel. Die Sizilianer nennen ihn auch "Mongibello", den Berg der Berge, denn in dem Wort steckt das arabische "Djebel" - Berg und "La Montagna", der Berg. Ab 1600 Höhenmeter liegt von Dezember bis Mai Schnee. Dieser Schnee war früher die Haupteinnahmequelle des Bischofs von Catania. Denn der Schnee wurde als Kühlmittel nach ganz Süditalien exportiert. Den Ätna umgibt eine fruchtbare Gartenlandschaft, die im Süden in die Ebene von Catania übergeht.

Bis heute gilt der sizilianische Vulkan bei den Einheimischen als "der Gutmütige", weil seine Lava zumeist behutsam aus ihm heraus fliesst. Nur selten kamen bei seinen Ausbrüchen Menschen zu Schaden, weil sie sich nicht in Sicherheit brachten. Kein Vulkan ist so gut erforscht wie der Ätna. Allmählich mehren sich die Stimmen, dass der Ätna seinen Charakter ändern könnte. Aus dem gutmütigen Feuerberg könnte ein hoch explosiver Vulkan werden. Das allerdings wird vermutlich noch lange, womöglich Jahrhunderte, dauern.

Dass der Ätna in Zukunft heftiger ausbrechen könnte, bestätigen Untersuchungen der im Sommer 2001 geförderten Lava. Forscher fanden in der Lava das Mineral Amphibol, das gewöhnlich nur von Hochrisikovulkanen ausgespuckt wird. Amphibol enthält Wasser, und Wasser macht Lava gefährlich, weil es explosiv verdampft.

Der Geologe Boris Behncke von der Universität Catania stellte fest, dass die Ausbrüche der vergangenen 150 Jahre einem wiederkehrenden Muster mit drei Phasen folgten: Es begann immer mit einer Ruhephase von einigen Jahren. Dann schossen bestenfalls wenige Tage vorher-durch Erdbeben angekündigt - Lava- und Aschefontänen aus dem Hauptschlot des Vulkans. Zuletzt brachen auch aus den Bergflanken Lava und Asche hervor. Mit den Eruptionen im Sommer 2001 trat der Ätna in die letzte Phase des fünften Zyklus. Folge der Vulkan seinem bisherigen Rhythmus, komme es in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu einer Serie von Ausbrüchen, die im Laufe der Zeit immer grösser würden, glaubt Behncke. Abgeschlossen werde der laufende Zyklus wahrscheinlich mit einem äusserst großen Ausbruch. Sollte der Geologe Recht haben, stehen den Sizilianern unruhige Zeiten bevor.

Die einzigen deutlich abgesetzten Bergketten befinden sich im Norden, sie heissen Nebrodi und Madonie. Die Insel ist durch die Straße von Messina vom italienischen Festland getrennt.

Klima

Ein heißes, trockenes Klima im Sommer und milde Winter kennzeichnen das Wetter Siziliens. Die Regenzeit ist auf den Spätherbst und Winter beschränkt. Die Trockenheit im Sommer wird häufig zum Problem, da durch die extreme Dürre sogar das Leitungswasser knapp werden kann.

Der Schirokko ist ein heisser, trockener Wind, der in den Wüstenregionen Nordafrikas entsteht, von Süden her über die Insel weht und oft Sand transportiert. Auf seinem Weg über das Mittelmeer kann er viel Feuchtigkeit aufnehmen und verursacht dann heftige Niederschläge.

In den Sommermonaten steigt das Thermometer auch häufiger mal über die 40 Grad Marke.

Geschichte

Bis zur Entdeckung Amerikas galt: Wer Sizilien beherrschte, der war der Herr der Welt. Als Kolumbus 1492 den neuen Kontinent entdeckte, ging die strategische und wirtschaftliche Vorrangstellung des mediterranen Raums und damit Siziliens allmählich zu Ende, nicht aber seine kulturelle.

Die Ureinwohner der Insel hießen Sikaner und Sikuler und wanderten über die südliche Spitze Italiens nach Sizilien ein. Sie wurden durch Phöniker, Karthager und Griechen verdrängt. 735 vor Christus gründeten die Griechen ihre erste Siedlung, Naxos. eitere bedeutende, griechische Zentren waren Akragus, das heutige Agrigento, und Gela. Im Tal der Tempel in der Nähe von Agrigento sind zahlreiche griechische Bauwerke aus der Antike erhalten geblieben.

536 vor Christus betraten die Karthager zum ersten Mal die Insel. Karthago ist eine 814 vor Christus von den Phöniziern gegründete Stadt, die im heutigen Tunesien lag. Die Karthager erbauten im Westen Siziliens die Städte Panormus, das heutige Palermo, Solois und Motya. Zwischen den Karthagern und den Griechen kam es zu ahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, um die Vorherrschaft auf der Insel.

Während des Ersten Punischen Krieges wird Sizilien zur römischen Provinz. Der Erste Punische Krieg war der erste der drei großen Kriege zwischen Karthago und dem Römischen Reich. Nur das griechische Territorium im Osten der Insel wird nicht von Rom eingenommen. Es wird erst 212 vor Christus nach dem Ersten Makedonischen Krieg zwischen Rom und Makedonien mit der Einnahme des griechisch beherrschten Syrakus römisch.

Die Geschichte der Insel ist bewegt. Oft wird Sizilien von fremden Mächten eingenommen. Vandalen, Goten, Byzantiner, Araber, ab 1091 die Normannen, danach begann die Dynastie der Staufer.

Kaum ein anderes Eiland wurde so zum Schnittpunkt der Kulturen wie Sizilien. Goethe besuchte vor etwa 200 Jahren bei seiner Spurensuche der Antike Sizilien. Bis heute gilt die Insel unter Kulturtouristen als erste Adresse.

"Nirgendwo", schreibt Peter Peter in seinem Polyglott- Reiseführer, "kann man sich so schön in den Weltkulturen zwischen Orient und Abendland bewegen wie auf Sizilien. Phönizier und Araber aus Nordafrika, Griechen und Albaner aus dem Osten, Normannen, Staufer und Piemontesen aus dem Norden, Spanier aus dem Westen", sie alle haben tiefe Spuren hinterlassen.

Mafia

Die Mafia ist und bleibt ein Thema, auch wenn sie zur Zeit weniger in die Schlagzeilen gerät. Kaum jemand denkt noch an den 23. Mai 1992, als der Ermittlungsrichter Giovanni Falcone in Palermo Opfer eines Bombenattentats wurde. Mit ihm starben seine Frau Francesca und drei Leibwächter. Falcone war einer von vielen, der im Kampf gegen das organisierte Verbrechen sein Leben verlor. Wenig später wurde sein Kollege Paolo Borsellino ebenfalls Opfer eines Anschlags.

Nach Jahren sinkenden Einflusses gewinnt die Mafia wieder an Bedeutung, sagen Experten. Noch immer riskieren mutige Menschen ihr Leben, wenn sie sich gegen die Mafia erheben.

Touristen bekommen von dem Einfluss der Mafia in der Regel nichts mit. Sizilien zählt zu den sichersten Urlaubsgebieten der Welt. Allerdings: Die lästige Kleinkriminalität wie Handtaschen- oder Autodiebstahl gibt es nach wie vor.

Die Tempel von Agrigent

Die Griechen nannten die Gegend "Akragas", steiles Land. Ein passender Name, denn Agrigent liegt auf einem Plateau mehr als 300 Meter über dem Meeresspiegel. 580 vor Christus gründeten griechische Siedler aus Gela die strategisch gut gelegene Stadt. Um 450 hatte Agrigent rund 200.000 Einwohner, wurde aber 406 n. Chr. von den Karthagern erobert, geplündert und erholte sich nie wieder. Zeugnis dieser Zeit ist das Valle dei Templi.

Zweifellos ist das Tal der Tempel eines der kulturhistorischen Highlights Siziliens. Dabei ist der Name eher ein wenig irreführend, denn der antike Tempelkomplex liegt auf einem Höhenkamm.

Wie an einer Perlenschnur reihen sich Tempel an Tempelruine: Das Trümmerfeld des Herakles Tempel, der Concordia Tempel und der Hera Tempel. Das Olympieion mit den Überresten des monumentalen Zeus Tempels sowie das Demeter Heiligtum befinden sich etwas ausserhalb. Der Höhepunkt ist zweifelsfrei der Concordia Tempel, der seine Rettung der zweckentfremdeten Nutzung als christliche Kirche verdankt.

Den eigentlichen Tempelkomplex erreicht man über die Staatsstraße 115. In den Sommermonaten sollte man nicht gleich den kleinen Parkplatz am Haupteingang nutzen. Weiter östlich befindet sich noch ein zweiter, nicht so überlaufener Eingang mit Parkplatz. Auf alle Fälle sollte man noch schnell seinen Reiseführer einstecken, denn die Beschilderung ist etwas dürftig.

Wenn es sich nur irgendwie einrichten lässt, sollte man dem Tal der Tempel während der blauen Stunde kurz nach Sonnenuntergang einen Besuch abstatten. Scheinwerfer beleuchten alle Tempel und lassen diese wie überdimensionale Goldschmiedearbeiten erscheinen. Einige wenige Kilometer südwestlich befindet sich nahe dem Capo Bianco ein sehr schöner Küstenabschnitt.

Palermo

Siziliens Hauptstadt mit ihren etwa 700.000 Einwohnern scheidet die Geister. Die einen finden die Metropole einfach spannend, die anderen behaupten, Palermo sei eine chaotische und verwahrloste Stadt. Es kommt auf den Standpunkt an. Mit Sicherheit ist Palermo die interessanteste Stadt der Insel und wer verwinkelte und halb verfallene Altstadtviertel mag, der ist in Palermo richtig. Palermo hat sich ohne Zweifel zu seinem Vorteil verändert. Viele Gebäude wurden restauriert, aber vieles ist vom Verfall bedroht. Palermos Vororte sind so hässlich wie andernorts auch.

Der Platz "Quattro Canti" (Vier Ecken) oder offiziell Piazza Vigliena bietet eine gute Orientierung. Er liegt an der Kreuzung Via Maqueda und Cassaro. Als Grenzen der Innenstadt kann man die Plätze Piazza Castelnuovo, Piazza Ruggero Settimo und Piazza Don Sturzo betrachten.

Ein absolutes Muss ist der Normannenpalast mit seiner wunderschönen Capella Palatina und die Kathedrale. Als Kirchen sind La Martorana (1143), San Cataldo (1160) mit normannischen und arabischen Stilelementen, San Giovanni degli Eremiti und Santa Maria della Catene zu nennen. Auch das Museo Archeològico ist einen Besuch wert.

Taormina

Taormina ist eindeutig die touristische Hauptstadt Siziliens. Etwa eine Millionen Besucher kommen jährlich hierher. Die 10.000 Einwohner des Städtchens leben überwiegend vom Tourismus. Trotz der Massen hat der Ort seinen Charme bewahrt.

Im letzten Jahrhundert war Taormina vorwiegend Winterurlaubsziel für wohlhabende Reisende, heute ist im Sommer Hochsaison für Touristen aus allen Teilen der Welt.

Die Stadt liegt etwa 200 Meter hoch über dem Meer. Im Hintergrund ist der Ätna zu sehen. Der Corso Umberto I ist die wichtigste Flaniermeile und Orientierungspunkt in der Stadt. Von der Porta Messina geht es fast 1 km zu Fuss bis zur Porta Catania durch das mittelalterliche Zentrum der Stadt, vorbei an der Piazza 9 Aprile mit weitem Blick auf die Küste. Unzählige Geschäfte, Trattorien und Restaurants säumen den Weg. Mag man es etwas ruhiger, kann man in eine der vielen, kleinen Seitengassen ausweichen, in denen sich noch lauschige Plätzchen und ursprüngliche Läden finden lassen.

Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Teatro Greco-Romano, ein griechisch-römisches Amphitheater, in dem heute noch Aufführungen stattfinden und von dem man einen unvergleichlichen Ausblick hat. Schon Goethe genoss gegen Ende des 18. Jahrhunderts den Blick vom griechisch-römischen Theater auf die Stadt und den Ätna und nannte Taormina einen "Paradieszipfel".

Unterhalb der Stadt liegt Mazzaro, eine Strandsiedlung, die über eine Seilbahn zu erreichen ist. Der nahe gelegene Ort Letojanni (ca. sechs km) lädt mit seinem Sand- und Kiesstrand ebenfalls zum Baden ein. Im Süden geht's nach Giardinii Naxos an den Strand, einst erste griechische Siedlung auf Sizilien, heute fast reine Feriensiedlung mit vielen Pauschalgästen.

Essen und Trinken in Taormina

Osteria Nero D'Avola, Weinstube und Restaurant. Vico Spuches 8, eine Gasse nicht weit von der Porta Catania. Hervorragende Auswahl sizilianischer Weine. Mit Liebe zubereitetes, vorzügliches Essen. Nicht allzu grosse Portionen. Der Besitzer Salvatore Siligato weiss viel von seinen Weinen. Einiges von dem, was bei ihm auf den Tisch kommt, fischt, jagt und sammelt er selbst.

Di Vino, Piazza Raggia 4, etwas versteckt bei der Via di Giovanni. Eine empfehlenswerte Weinbar mit vielfältigem Angebot sizilianischer Weine. Der Besitzer erzählt gern viel und kompetent über seine Weine. Kleine Küche zum Wein.

Wandern auf dem Ätna

Edward Tronchet und seine Kollegen bieten viele interessante Ausflüge an. Der gebürtige Schweizer Edward Tronchet ist ein freundlicher, kompetenter und hilfsbereiter Mann, der englisch, deutsch, französisch und italienisch spricht. Touren unter anderem: zum Ätna Hauptkrater, ca. 3300 Meter. Start von Piano Provenzana 1800 Meter mit Minibus Geländewagen bis 2.800 m. durch die letzten Lavaströme des Ausbruchs von 2002. Ankunft am Observatorium. Mit Bergführer bis zu den Hauptkratern des Ätna, um die Voragine und Bocca Nuova (Zentral Krater) und den Nord-Ost Krater zu sehen. Nach einer Picknickpause läuft man den Berg runter durch verschiedene Ausbrüche des zwanzigsten Jahrhunderts und Rückkehr nach Piano Provenzana.

Zitronen im Essen

Die Zitronen spielen eine wichtige Rolle in der sizilianischen Küche. Spitzenköche bieten Pasta mit Zitronensauce an oder Sardinen mariniert in Zitronensaft. Dafür wird der fangfrische Fisch etwa 15 Minuten in den Saft eingelegt, danach wird er abgegossen und die Sardinen mit roten und grünen Peperoni garniert, das ist auch optisch ein Genuss. Auch mit Parmesan überbackene Miesmuscheln erhalten den letzten Pfiff durch den aromatischen Saft der sizilianischen Zitronen.

Zitronensauce

(für zwei Personen)

Zutaten:

* 2 Schalotten oder rote Zwiebeln

* 1 El Butter

* 3 Zitronen

* 6 El Sahne

* 2 El Gemüsebrühe

* Salz

* Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

* Schalotten in feine Würfel schneiden und in Butter anschwitzen.

* Zwei Zitronen pressen, den Saft mit Sahne und Brühe zu den Schalotten in die Pfanne geben.

* Alles gut durchrühren, circa 5 Minuten reduzieren lassen und würzen.

* Die Sauce über Nudeln geben.

* Die dritte Zitrone heiss abwaschen, in dünne Scheiben schneiden, die Nudeln damit garnieren.

Limoncello: Zitronenlikör

Bei Biozitronen kann die Schale ohne Bedenken mitgegessen werden. Auch für die Herstellung des berühmten sizilianischen Zitronenlikörs "Limoncello" verwendet man die fein geschnittenen Schalen von Biozitronen.

Rezept:

Die Schalen von sieben bis acht Biozitronen zunächst zehn Tage lang in 500 Milliliter 90-prozentigem Alkohol einlegen. Einmal am Tag sollten sie gut durchgerührt werden. Danach wird der Ansatz mit 750 Milliliter abgekochtem Wasser und 300 Gramm Zucker aufgefüllt. Jetzt muss der Zitronenlikör noch zwei Wochen ziehen. Er sollte kalt gelagert werden.

Weitere Informationen:

www.sizilien-rad.de

Internetreiseführer für individuell Reisende, Radfahrer, Wanderer und andere Aktivurlauber. Nützliche Tipps und Beschreibungen.

www.sicilian.net/lexikon/u.php3

Sizilianisches Lexikon im Internet. Stichworte zum Thema Sizilien. Kurze Notizen von A wie Acireale über F wie Flora bis U wie Ustica.

www.autovermietung-weltweit.de

Autovermietung via Internet - zum Teil günstiger als die grossen Anbieter

Literatur:

* Thomas Schröder

Sizilien

Verlag Michael Müller, 2004

ISBN 3899531574

Preis: 21,90 Euro

Sehr ausführlicher Reiseführer mit meist verlässlichen und auch praktischen Tipps rund um die Insel zu Sehenswürdigkeiten, Hotels, Freizeitaktivitäten, Essen etc.

* Peter Peter

Sizilien

Langenscheidt, 2001

ISBN 3493604440

Preis 9,95 Euro

Preiswerte und gute Einführung.

* HB Bildatlas: Sizilien

HB, 2001

ISBN 3616061350

Preis 8,50 Euro

* ADAC Reiseführer

Sizilien

ADAC, 2003

ISBN 3870037628

Preis: 4,95 Euro

Vermutlich der preiswerteste Reiseführer. Gut bebildert.

* Nikolaus Groß

Sizilien

Dumont, 2002 ISBN 3770137426

Preis: 12 Euro

* Carmen Fischer und Helmut Walter Sizilien per Rad

Kettler, 2001 ISBN: 3932546164

Preis: 13,80 Euro

Beschreibung von vielen Radrouten zum individuellen Erfahren der Insel für Touren- und Rennradfahrer. Soweit möglich, führen alle Etappen über ruhige Nebenstrassen. Bei der Tourenplanung helfen Streckenskizzen, Höhenprofile, Infos zu Orten, Regionen, Naturparks und Sehenswürdigkeiten; Tipps für günstige Unterkünfte, fünf Mountain-Bike-Touren im Ätna-Gebiet.

* Ralph Giordano

Sizilien, Sizilien!

Kiepenheuer & Witsch, 2004

ISBN: 3462034383

Preis: 22,90 Euro

Ralph Giordanos literarischer Reisebericht ist weit mehr als eine meisterhafte Schilderung der kargen Schönheit der Insel. Es ist auch eine Rückkehr zu eigenen Wurzeln. Auf den Spuren seines Großvaters Rocco entdeckt Giordano sein Sizilien.

nach einer Sendung des WDR vom 10.April 2005

von Ralf Gierkes

alle Angaben ohne Gewähr

 

 

 
 
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