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Sangiovese: Die
rote Rebsorte ist mit knapp 100.000 Hektar (das sind rund
10% der Gesamt-Rebfläche) die häufigst angebaute
italienische Rotwein-Sorte und nach der weissen Trebbiano
die zweithäufigste Rebsorte Italiens. Die ausgedehnte
Verbreitung ist recht erstaunlich, denn die Sangiovese gilt
als nicht gerade pflegeleicht: Die Sorte reift langsam und
reagiert empfindlich auf die jeweilige Witterung. In zu
heissen Sommern produziert sie Trauben, die oft überladene,
alkoholstarke Weine zur Folge haben, in garstigen Jahren
resultieren markante Säuren und harte Tannine. Da die
Beeren dünnhäutig sind, wird der Lesetermin oftmals
nicht von der optimalen physiologischen Reife, sondern von
der Furcht vor Grau- beziehungsweise Essigfäule bestimmt.
Vor allem in Lagen, die nicht ausgesprochen mager, steinig
und folglich durchlässig sind, quellen die Früchte
bei Regen gerne auf und beginnen zu faulen. Die Sorte ist
uralten Ursprungs (worauf auch die Bedeutung des Namens
"Blut Jupiters" hindeutet) und war wahrscheinlich
schon den Etruskern bekannt. Sie ist vor allem in Mittelitalien
verbreitet. Bis in das 19. Jahrhundert war auch der Name
Sangioveto gebräuchlich. Es gibt zahlreiche Klone,
die sich durch die daraus gekelterten Weine unterscheiden.
Die bekanntesten Synonyme bzw. Varietäten sind Brunello
(Klon für den DOCG Brunello di Montalcino aus der Toskana),
Morellino (an der Küste der Toskana), die Prugnolo
Gentile ( Vino Nobile di Montepulciano) die Sangiovese di
Romagna ( in der Romagna) und vermutlich auch die Montepulciano
Traube. Sangiovese ist eine Sorte, die im Rebberg häufig
neue Klon mutiert.
Die Weine
aus Sangiovese Trauben sind aromareich und kräftig,
mit einem eindeutigen Aroma von roten Früchten (Primäraromen)
mit Zimt, Gewürznelken, Schokolade, Tabak und manchmal
animalischen Aromen (alles Tertiäraromen). |