| Prosecco,
der Wein, der aus der Kälte kam
Die
Lust am Abend beginnt nicht nur in Italien mit einem Glas
Prosecco. Auch nördlich der Alpen haben die Geniesser
Geschmack am süffigen Schäumer gefunden. Spumante
gibt es sehr viele, Prosecco gibt es viele, aber was ist
eigentlich Prosecco? Hier einige Fakten zum schäumenden
Verführer aus dem Veneto:
Traubensorte:
Prosecco
ist eine autochthone Traubensorte. Aus ihr werden stille
Weissweine, „frizzantino“ Weissweine und Spumante (dry,
sec, brut) hergestellt.
Anbaugebiet:
Ihr ursprüngliches - und noch immer hauptsächliches
– Anbaugebiet des Prosecco ist die Provinz Treviso im Veneto.
In den sanften Hügel der Trevisaner Voralpen liegt
die Zone des DOC Prosecco. Sie umfasst 15 Gemeinden mit
total 3600 Hektaren (ca. 30 Mio. Fl. Werden jährlich
produziert). Die feinsten Prosecco-Weine stammen aus dem
Anbaugebiet von Conegliano und Valdobbiadene. Da der Wein
den Namen einer Traubensorte trägt, kann er grundsätzlich
überall hergestellt werden. Auch in anderen Regionen
Italiens werden geringe Mengen von Prosecco produziert,
zu erwähnen ist vielleicht noch die Region Colli Euganei
(Padova). Hier heisst die Traube auch Serprina. Ausserhalb
des Stiefels wird in Argentinien eine nicht unbedeutende
Menge Prosecco angebaut.
Boden:
Durchlässige Böden an Hanglagen,
aber doch genügend tiefgründig, damit die Wurzeln
genügend Wasser bekommen, ist der ideale Untergrund
für die Rebe.
Aromen:
Prosecco ist ein aromatischer Wein. Seine Aromen können
an reife und unreife Birnen, verschiedene Apfelsorten, Bananen
in allen Reifestadien (dies sind allerdings Gär- und
nicht Sortenaromen), Akazienblüten, Passionsfrucht
und sogar an manche tropischen Früchte erinnern. Die
Säure übernimmt beim Aromenspiel eine wichtige
Rolle.
Lagen:
Die besonders begehrte
Lage liegt zwischen den beiden Gebieten Conegliano und Valdobbiadene:
Cartizze heisst der Prestige-Prosecco dieser besonders steilen,
sonnigen Zone. Er zeichnet sich durch geschmeidige Feinheit
und Finesse aus. Die Lage Conegliano ist bekannter für
die herberen, charaktervollen Prosecco-Weine, die Lage Valdobbiadene
für die feineren, geschmeidigeren Weine. DOC Vorschrift
: In einem Prosecco DOC müssen enthalten sein:
85 bis 100% Prosecco-Trauben, maximal erlaubt sind bis zu
15% Verdiso, Bianchetta, Perera und Prosecco Lungo. Max.
Höchstertrag: 1,2 kg / m2 , mindestalkoholgehalt: 9
Vol %.
(stiller
Weisswein) 11 Vol % Spumante (die Bezeichnungen Conegliano
und Valdobbiadene sind austauschbar und nicht fest vorgeschrieben).
Im Allgemeinen ist das Qualitätsniveau der DOC Prosecco
recht hoch.
Der
Schaum und die Süsse: Prickelnde Prosecco
mit mehr oder weniger Restsüsse sind nicht eine Erfindung
unserer Zeit. Die Natur wies den Produzenten die Richtung.
In den kalten Kellern der Trevisaner Voralpen vermochten
die Hefen im Winter nicht allen Zucker im Traubenmost zu
vergären. Wenn im Frühling die Temperaturen ansteigen,
kehrt das Leben in die Fässer zurück. Die Hefe
setzt den Gärprozess fort. Je nach Zeitpunkt der Abfüllung
bleibt mehr oder weniger Restzucker im Wein, mehr oder weniger
Kohlensäure (wobei der Zeitpunkt des Verschliessen
des Fasses natürlich ebenfalls sehr wichtig ist).
Die
oben beschriebene Methode ist die traditionelle Methode
der Proseccoherstellung, auch „artisanale“ Prosecco Herstellung
genannt.
Weitere
Methoden der Schaumweinherstellung: Die Charmat-Methode
wird heute oft angewendet. Die Vergärung findet
im Drucktank statt. Diese wird mittels Temperatursenkung
gestoppt. Dem Wein wird im Tank – wenn nicht brut - eine
Dosage zugeführt und danach unter Druck in die Flasche
abgefüllt. Beim Moscato d'Asti wird die Temperatursenkung
früher eingeleitet, daher sind im Wein nur ca. 5 Vol.%
Alkohol.
Produktionsmethoden:
Die Flaschengärung, diese Methode ist bekannt
unter dem Namen "Methode Champanoise" (geschützter
Begriff, nur in der Region Champagne zulässig), traditionelle
Methode, klassische Methode etc. Bei dieser Methode wird
dem Wein in der Flasche ein Schuss Likör (Zucker, Hefe
und Wein) zugefügt. Die zweite Vergärung erfolgt
in der Flasche bei wiederholtem „Rütteln“. Das
Karbonisieren : Bei der Abfüllung wird dem Wein
Kohlensäure zugefügt. Häufige Methode beim
Sekt. Die Weine sind weniger komplex und die Kohlensäure
schneller flüchtig.
Frizzante,
Spumante. Ein Frizzante enthält weniger Kohlensäure
(Gärtank später geschlossen oder weniger dicht),
der Druck in der Flasche ist geringer und die Zollkosten
niedriger. Spumante : Druck über 4 bar, daher
auch speziellen Verschluss mit Drahtbefestigung. Brut
+ Co .: Aus dem Französischen (extra brut = extra
trocken 0-6 gr. Zucker / Liter; brut bis 15 gr.; extra dry
12 – 20 gr.; sec 17 – 35 gr.; demi sec 33 – 50 gr.; doux
mehr als 50 gr.
Lagerung
/ Servieren / Essen: Prosecco sollte jung
getrunken werden, am besten schmeckt er im auf die Erzeugung
folgenden Jahr. Servieren aus dem Kühlschrank bei 6
bis 8°C. Essen: Unschlagbar ist der Prosecco
beim Aperitif. Er regt die Geschmacksnerven an und macht
„gluschtig“ nach mehr. Die Einheimischen servieren dazu
gerne etwas Salame oder vom Asiagio-Käse. Auch Oliven
und Antipasti passen gut dazu. Zum Prosecco frizzante, dem
rustikalsten der Familie, lassen sich verschiedene Gerichte
kombinieren: Miesmuschel, Baccalà und Gemüseeintopf.
Ein Prosecco brut darf auch zu einem gegrillten Poulet oder
zu frittiertem Tintenfisch serviert werden. Zum Dessert
eignet sich der Cartizze oder ein „Sec“, er schmeckt speziell
harmonisch zum Panettone und Mandelgebäck.

Treviso
liegt am südlichen Rand des Prosecco-Gebietes. Die
grosszügigen Plätze und die kleinen Gassen, die
sanften Kanäle und die lebhaften Cafés sind
unbedingt sehenswert! |
Valpolicella
und Soave classico DOC
Soave und Soave
classico
DOC für Weisswein
im Westen der italienischen Region Venetien. Die Zone umfasst
die Gemeinden Cazzano di Tramigna, Colognola ai Colli, Illasi,
Lavagno, Mezzane di Sotto, Montecchia di Corsara, Monteforte
d`Alpone, Ronca, San Bonifacio, San Giovanni Ilarione, San
Martino Buon Albergo und die namensgebende Gemeinde Soave
in der Provinz Verona. Östlich an Soave schliesst die
DOC Gambellara mit einem ähnlichen Wein an. Der Name
Soave geht angeblich auf die Schwaben zurück, die sich
hier im Mittelalter niederliessen. Er bedeutet aber auch
sanft oder lieblich und wird oft verwendet, um den Charakter
des mengenmässig bedeutendsten Weines Venetiens zu
beschreiben. Hervorzuheben ist das Weingut von Graziano
Prà in Monteforte d´Alpone (Soave classico),
wo entscheidende Qualitäts-Verbesserung erfolgten (z.
B. höhere Stockdichte, höherer Garganega-Anteil).
Grazino Prà wurde zu einem der führenden Produzenten
im Soave-Gebiet.
Der Bereich des
Soave mit etwa 6.500 Hektar Rebfläche liegt östlich
von Verona in der Schwemmland-Ebene der Etsch. Der Bereich
des Soave classico mit 1.500 Hektar liegt auf den oft steilen
Süd- und Südwest-Hängen zwischen den Orten
Soave und Monteforte d´Alpone in einer Höhe zwischen
100 bis 350 Meter ü.M. Weine aus diesem Teil dürfen
die Zusatz-Bezeichnung "Classico" auf dem Etikett
führen. Als beste Lagen gelten Castelcerino, Colombara,
Costalta, Costeggiola, La Fitta, Monte Carbonare, Monte
Castellaro, Monte Cercene, Monte Foscarino, Monte Frosca,
Monte Grande, Monte Rocchetta und Zoppega.
Diese können auch auf dem Etikett in Form von zum Beispiel
"Capitel Foscarino" aufscheinen. Der trockene
Wein wird aus Garganega (zumindest 70%), in beliebiger Verwendung
von Chardonnay, Pinot Bianco und Trebbiano di Soave (bis
30%), sowie anderen zugelassenen lokalen Sorten (bis 5%)
verschnitten. Der Spumante wird in den Versionen Brut, Dry,
Extra Brut und Extra Dry produziert. Im Jahre 2001 wurden
Soave Superiore und Soave Classico Superiore als DOCG klassifiziert.
Der Mindest-Alkohol-Gehalt ist 12%, beim Riserva 12,5% vol.
Sie müssen zumindest sechs Monate, Riservas zumindest
24 Monate reifen. Der süsse Recioto di Soave erhielt
bereits im Jahre 1998 die DOCG-Klassifikation (auch als
Spumante).
Valpolicella
DOC für Rotwein
im Westen der italienischen Region Venetien, der neben dem
Chianti wohl zu den bekanntesten Italiens zählt. Die
Zone umfasst die Gemeinden Cazzano di Tramigna, Cerro Veronese,
Colognola ai Colli, Dolce, Fumane, Grezzana, Illasi, Lavagno,
Marano di Valpolicella, Mezzane di Sotto, Montecchia di
Crosara, Negrar, Pescantina, San Martino Buon Albergo, San
Mauro di Saline, San Pietro in Cariano, Sant´Ambrogio
di Valpolicella, Tregnago und Verona in der Provinz Verona.
Die fünf Gemeinden Fumane, Marano, Negrar, San Pietro
und Sant´Ambrogio bilden den Classico-Bereich mit
terrassierten Lagen. Die klimatischen Bedingungen mit dem
nahen Gardasee begünstigen die Herstellung von Rotweinen
und die Trocknung der Trauben auf Holzrosten für die
Varianten Recioto und Amarone. Der Wein hat ein fruchtiges
Bouquet nach Bittermandeln, ist (auch von den Rebsorten
her) ähnlich dem Bardolino, aber dunkler, kräftiger
und langlebiger. Einige Erzeuger initiieren nach der Gärung
durch Zusatz von Amarone- oder Recioto-Maische eine zweite
Gärung - dies wird als Ripasso bezeichnet. Dadurch
ist der Wein körperreicher und geschmacksvoller als
der normale Valpolicella. Der Valpolicella wird (bei allen
Varianten) aus den einheimischen, roten Rebsorten Corvina
Veronese (40-70%), Rondinella (20-40%), Molinara (5-25%),
in beliebiger Mischung von Barbera, Negrara Trentina, Rossignola
und Sangiovese (bis 15%), sowie eventuell anderen zugelassenen
und nichtaromatischen roten Sorten (bis 5%) verschnitten.
Er hat einen Alkohol-Gehalt von 11% vol. Der Superiore muss
ein Jahr altern und hat 12% vol. Der süsse Recioto
della Valpolicella (auch als Spumante) wird aus teilweise
getrockneten Trauben gekeltert, er hat 14% vol Alkohol-Gehalt.
Der tiefrote und ausgeprägt herbe Amarone della Valpolicella
wird ebenfalls aus halbgetrockneten Trauben gekeltert, aber
komplett vergoren. Er muss zwei Jahre lagern und hat 14%
vol Alkohol-Gehalt. Alle Weine (ausser dem Spumante) aus
der klassischen Zone dürfen die Zusatzbezeichnung Classico
tragen. Der Unterbereich Valpantena (grossteils in Besitz
des 200 Hektar umfassenden Weingutes Bertani) darf ebenfalls
zusätzlich auf dem Etikett genannt werden. Bekannte
Produzenten sind Accordini, Allegrini, Bertani, Bolla, Brunelli,
Campagnola, Dal Forno, Michele Castellani, Guerrieri-Rizzardi,
Lenotti, Masi, Roberto Mazzi, Quintarelli, Fratelli Pasqua,
Le Ragose, Le Salette, Speri, Fratelli Tedeschi, Tommasi,
Villa Monteleone und Zenato
Die
(drei wichtigsten) Traubensorten des Valpolicella
Corvina
Die rote Rebsorte Corvina wird vor allem im Nordosten Italiens
in den Regionen Venetien (wo sie die dominierende Sorte
in den DOC-Rotweinen Bardolino und Valpolicella ist) und
Lombardei angebaut und wird dort als Bestandteil in einigen
weiteren DOC-Weinen verwendet.
Es gibt über 200 verschiedene Klone, die insgesamt
4.500 Hektar Rebfläche belegen. Die Sorte erbringt
leichte, fruchtige Rotweine mit einem leichten Mandel-Bouquet.
Die Corvina ist geeignet für das Trocknen der Weintrauben
mittels des Recioto-Verfahrens. Dabei werden die Trauben
vier bis sechs Monate auf Gestellen in luftigen Hallen (Appassimento)
oder auch auf Strohmatten getrocknet. Dabei entwickelt sich
häufig eine durch die Botrytis hervorgerufene Edelfäule.
bekannte Synonyme sind:
Corvina Gentile, Corvina Nera, Corvina Veronese, Corvinone,
Cruina
Molinara
Die rote Rebsorte Molinara stammt aus Norditalien, wird
aber auch in geringem Masse in Deutschland, Frankreich,
Australien und Spanien kultiviert.
Sie erzeugt fruchtige und gehaltvolle Rotweine und ist zum
Beispiel in den Weinen Bardolino und Valpolicella enthalten.
Beide sind DOC für trockenen Rot- und Rosé-Wein
im Westen der italienischen Region Venetien. Die Molinara
wird aber auch bei den bekannten intalienischen Weinen Amarone
und Recioto Classico eingesetzt.
bekannte Synonyme sind:
Rossara, Rossanella, Pola, Vesponme, Uva Salata, Rossara
della Forcella,
Rondinella
Die rote Rebsorte Rondinella (Vitis vinifera) stammt aus
den italienischen Regionen Venetien und Lombardei. Die Sorte
wird als Verschnittpartner verwendet und bringt dort Säure
und Farbe ein. Die Rondinella wird zum Beispiel im DOC-Rotwein
Bardolino für trockene Rot- und Rosé-Weine im
Westen der italienischen Region Venetien und in IGT´s
verwendet. Die Rondinella ist Bestandteil der Cuvée
des Valpolicella.
Selten wird sie sortenrein ausgebaut, da sie wenig eigenständigen
Charakter aufweisen kann. Dennoch wird Rondinella auf beachtlicher
Fläche angebaut und erfreut sich wegen ihres Ertragsreichtums
bei vielen Winzern grosser Beliebtheit.
Sie wird auch in Spanien und Frankreich angebaut.
Es sind keine weiteren Synonyme bekannt.
Die
Weine aus dem Valpolicella Gebiet
Valpolicella
Fruchtiger Rotwein aus dem DOC Gebiet Valpolicella. Der
Wein wird aus dem Traubensorten Rondinella, Corvina und
Molinara gekeltert. Der Ausbau erfolgt im Stahltank. Seine
eher helle Farbe und die intensiven Fruchtaromen machen
den Valpolicella zu einem sehr genussvollen Sommerwein der
sich vor allem zu Antipasti und leichten Gerichten kombinieren
lässt. Der Classico kommt aus den fünf Gemeinden
im Kerngebiet des Valpolicella (steile Terrassenlagen),
der superiore muss ein Jahr gelagert sein und wird vor allem
in der Version Ripasso hergestellt.
Valpolicella Ripasso
Italienische Bezeichnung (auf deutsch "Wiederholung"
oder "erneuter Durchgang") für ein spezielles
Verfahren bei der Herstellung von Valpolicella. Bereits
vergorenem Rotwein werden im Winter getrocknete Traubenschalen
(Trester) aus der Verarbeitung des Herbstes zugesetzt. Durch
die in den Schalen enthaltenen Hefen und Zucker erfolgt
eine erneute Gärung. Aus den Schalen gelangen zusätzliche
Farbstoffe und Tannine in den Wein, der mehr Farbintensität,
Fülle und Charakter bekommt. Ausserdem erhält
der Wein dadurch die typisch bitteren Geschmacks-Nuancen
eines Amarone. Einige Erzeuger verwenden dafür aber
auch Maische, die nicht aus der Amarone-Erzeugung stammt.
Das Verfahren darf nicht mit Passito (Wein aus getrockneten
Trauben) verwechselt werden. Der Valpolicella Ripasso kann
die Zusatzbezeichnung classico haben wenn er aus dem Kerngebiet
der Valpolicellaproduktion stammt. Mit der Zusatzbezeichnung
superiore muss er ein Jahr länger gelagert sein und
einen Mindestalkoholgehalt von 12% vol. haben.
Recioto
Eine speziell um Verona in der Region Venetien gebräuchliche
Bezeichnung für einen süssen, aus rosinierten
Trauben bereiteten Wein, der angeblich auf den Raeticum
- einen antiken Wein der Römer zurückgeht. Die
Bezeichnung stammt vom Dialektwort "recie" für
die süssesten und reifsten Beeren. Dies bedeutet Öhrchen
und benennt die Weintrauben, die am Rebstock ganz aussen
liegen und dadurch die meiste Sonne bzw. Wärme abbekommen.
Diese wurden früher einzeln ausgelesen, was aber heute
nicht mehr angewendet wird. Die Trauben werden vier bis
sechs Monate auf Gestellen in luftigen Hallen (was man als
Appassimento bezeichnet) oder auch auf Strohmatten getrocknet.
Dabei entwickelt sich häufig eine durch die Botrytis
hervorgerufene Edelfäule. Der Alkohol-Gehalt beträgt
durch die Konzentration des Zuckers nicht selten über
15% vol. Die trockene Version heisst Amarone und weist eine
bittere (amaro) Note auf, hier ist die Edelfäule unerwünscht,
weil sie Säuregehalt, Farbe und Haltbarkeit negativ
beeinflussen kann. Angeblich wurde diese Version zufällig
entdeckt, weil ein Recioto nicht rechtzeitig aufhörte
zu gären. Beim Amarone beträgt die Mindestlagerzeit
im Fass drei Jahre, beim Recioto ist dies nicht vorgeschrieben.
Solche Weine sind eine Spezialität in Venetien, wo
neben einer Variante des Valpolicella auch der DOCG-Wein
Recioto di Soave auf diese sehr aufwändige Art hergestellt
wird. Im Prinzip entspricht Recioto dem in anderen italienischen
Regionen als Passito bezeichnetem Verfahren.
Amarone della Valpolicella
In der italienischen Region Venetien gebräuchliche
Bezeichnung für einen aus getrockneten Trauben mittels
des Verfahrens Recioto erzeugten (und bei süssem Ausbau
auch dann als Recioto bezeichneten) Weines, der gegenüber
dem Recioto trocken ausgebaut wird und leicht bitter schmeckt
(amaro = bitter). Der bekannteste Vertreter ist der DOC-Wein
Amarone della Valpolicella. Sehr gute Produzenten sind Quintarelli,
Forno, Corteforte, Masi u.a. |